Who’s bad?

“Fabulous”! sagt dein Regisseur. “Loving it!!“ und du fragst dich zum x-ten mal: „Ai Carramba, diese Americanos, meinen die das auch so? Und wo bleiben eigentlich die Nuancen?“

Oder wie es im Wikipedia-Eintrag zu Michael Jackson’s BAD heißt: „Das Wort bad (engl. böse, schlecht, verdorben) kann in der Jugendsprache auch als „cool“ angesehen werden.“ Ja, da kenn sich einer aus!

“Sorry I have to admit I quite don’t hate it“ sagt der Britische Kreative und du fragst Dich: Ja watten nu, haßt du es oder nicht? Möchtest du es eigentlich hassen, aber ärgerst Dich sehr, daß es dir doch ein bißchen gefällt? Oder ärgerst dich ein bißchen, aber es gefällt dir sehr? Oder willst du nur sphinxhaft british erscheinen und dich auf nichts festlegen? Ihr macht mich noch alle ganz carroussel in meinem simplen Producerkopf, ihr Subtilitätsfanatiker!

Nach einer Kundenabnahme hat mich der Londoner Agenturproducer mal zur Seite genommen, mir den Arm um die Schulter gelegt, auf seine Schuhspitzen gestarrt und leise gemurmelt: „Stephan, you can not confront people like that!“ Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich die Frage der Kundin, ob man das Master auch drei Tage früher als vereinbart ausliefern könne, mit „Nein, das geht leider nicht.“ beantwortet. Textbook Culture Clash!

How auch ever, um mal Herrn Lindenberg zu zitieren, damit Ihr Producerhasen da draußen nicht ständig Bahnhof versteht, hab ich Euch hier mal mein „How To Deal With Your English Speaking Creative‘s Feedback“ zusammengestellt – nichts davon ist auf meinem Mist gewachsen, aber erstaunlicherweise stimmt es trotzdem haargenau so.

Wir fangen mal an mit unseren Freunden jenseits des großen Teichs, die ja aus deutscher Sicht eine leicht andere Deformation in der Beziehung zwischen Gemeintem und Gesagtem aufweisen als die jüngst gebrexiteten Filmschaffenden. Here we go!

Diese drei Spalten zeigen Euch, wie man 1) American Creative Feedback in 2) Plain English übersetzt, und was 3) das ungeübte deutsche Producerohr gerne fälschlicherweise da raushört.

How To Misunderstand your American Creative’s Feedback (according to Producer Pauly)

AMERICAN CREATIVEPLAIN ENGLISHDEUTSCHES PRODUCERGEHIRN
AwesomeGoodSie sind begeistert!
FabulousGoodSie sind begeistert!
AmazingGoodWow, sie haben noch mehr Vokabeln für begeistert!
GreatFineSie sind begeistert!
OKBadNicht schlecht
Not sooo greatVery BadSchon besseres gesehen, aber okay
ChallengingVery Very BadSie fühlen sich gefordert

Okay, you catch my drift, don’t you?

Na, schon ganz vielversprechend, aber jetzt legen wir noch einen Zahn zu. Weiter geht’s mit den Königen der Konversation, unseren Freunden von der Insel!

How To Misunderstand your British Creative’s Feedback (according to Producer Pauly)

BRITISH CREATIVE           PLAIN ENGLISHDEUTSCHES PRODUCERGEHIRN
I hear you!I disagree and I don’t want to talk about it anymore.Sie akzeptieren meine Sichtweise.
With the greatest respect:I think you are an idiot.Sie respektieren mich!
That’s not bad.That’s good.Mist, so grade eben nicht ganz schlecht
That is a very brave proposal!You must be insane.Sie bewundern meinen Mut.
Quite GoodA bit disappointingGanz schön  gut
I’d suggest…Do it.  Ist ja nur ein Vorschlag.
Oh, by the way,                     The primary point of this conversation is…Nur mal so dahergesagt…
I was a bit disappointed                    I’m deeply annoyedSie sind enttäuscht, aber nur ein bisschen

Very interesting                    
That’s clearly nonsense.Sie finden es interessant!       

I’ll bear that in mind!            
already forgottenThey will probably do it
I’m sure it’s my faultIt’s your fault.            Sie sind schuld, nicht ich, pheew.
I almost agree.I disagree completely.           Sie stimmen zu 99% zu.
I only have a few minor commentsRewrite that completely        .Sie haben zwei, drei Rechtschreibfehler gefunden

So, und hier nochmal die Zusammenfassung:

Well, that wasn’t too bad after all, or was it?

Ein Kommentar zu „Who’s bad?

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