Grade die tolle Serie „Shrinked“ auf Apple TV geschaut. Habe mich schon öfter gefragt, warum psychiatrische Setups so gerne auf dem Bildschirm landen, und hier ist mein heimlicher Verdacht: Weil alle writer einen Dachschaden Weil das billig zu produzieren ist! Talking Heads. Menschen in einem Raum, die reden und reden, Schuß – Gegenschuß, zack, schon wieder 5 Minuten Screentime gefüllt, ohne daß eine Armee über die Alpen marschieren oder Aliens aus einem senkrecht über dem Ozean schwebenden Raumschiff aussteigen müssen. Was das spart!
Im Ernst: Warum ist FRIENDS in einem einzigen Set entstanden? (Okay, drei: zwei Wohnungen, ein Cafe?) Weil das BILLIG ist, Punkt.
Aber dieser ökonomische Druck, möglichst viel & oft quasselnde Menschen in einem Setting abzufeiern, verschwindet mit dem Beginn von generativem AI Filmmaking, weil es der AI tendenziell egal ist, ob sie einen Planeten explodieren oder einen Menschen sprechen läßt. Um genau zu sein: im Moment sehen explodierende Planeten deutlich besser aus als sprechende Menschen… Das heisst aber, da verschieben sich auf Dauer ganz viele gelernte und praktizierte Prioritäten und Gewichtungen bezüglich PRODUCTION VALUE. Historische Stoffe? Viel zu viel Art Department Aufwand. Massenszenen? Arghh. Dreibeinige Monster? Lass mal lieber.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir ein befreundeter Writer mal ganz stolz sein Serienfinale zeigte, in dem er zum ersten Mal einen Wohnungsbrand reinschreiben hatte dürfen. Feuer! In einer Wohnung! Irre. Da würde der AI Filmer sagen: „Wohnungsbrand? Warum nicht gleich die ganze Stadt abfackeln, be my guest!“
Mal gucken, ob damit auch der Hang zum Psychiatrischen in den Drehbüchern weniger wird – wäre andererseits natürlich tragisch, wenn Tony Soprano nie beim Shrink gelandet wäre.